Alexander Büttner

GF, COO (Chief Operating Officer)

Marketing, allgemein:

5 Tipps für erfolgreiches Employer-Branding

9. Dezember 2019
In Zeiten, in denen Unternehmen Schwierigkeiten haben, kompetente Mitarbeiter zu finden und der Fachkräftemangel gerade für KMUs ein großes Problem ist, wird das Thema Employer-Branding zunehmend wichtiger. 5 Tipps, wie Sie dieser Herausforderung begegnen können.

​Im „War for Talents“, also dem Kampf um die besten Mitarbeiter, kann erfolgreiches Employer-Branding der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung eines potentiellen Mitarbeiters für oder gegen einen Arbeitgeber sein. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen hier fünf Tipps vor, die Ihnen dabei helfen, gelungenes Employer-Branding zu betreiben, sich als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und Ihrem Unternehmen somit den nötigen Vorsprung vor Mitbewerbern zu verschaffen.

1. Mitarbeiter als Markenbotschafter

Eine Methode, die sich in vielen Fällen bewährt hat, ist es, seine Mitarbeiter als Kommunikatoren zu nutzen. Dies können Sie beispielsweise in Ihren Unternehmensblog integrieren, in einer Rubrik, in der Sie hinter die Kulissen blicken lassen. Durch die direkte Ansprache durch Ihre Employees gewinnt der Content automatisch an Authentizität und Nahbarkeit.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter einfach frei erzählen, was ihren Job und ihr Aufgabengebiet ausmacht und was sie an ihrem Arbeitgeber am meisten schätzen.

Diese Methode haben Firmen wie die Techniker Krankenkasse und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sehr erfolgreich umgesetzt. Während die Techniker Krankenkasse auf Mitarbeitervideos und die Integration von Mitarbeiter-Interviews auf ihrem Blog setzt, stellt das DLR seine Mitarbeiter in Porträts vor. Wie Sie sehen, sind hier diverse Umsetzungsarten möglich, je nachdem, was sich am besten für Ihr Unternehmen eignet.

2. Entwickeln Sie eine aussagekräftige Markenstory

Neben dem Einbezug der Mitarbeiter ist die Stärkung der eigenen Brand ein zentraler Punkt, der über die Attraktivität eines Arbeitgebers entscheidet. Wer dabei auf nachhaltiges Content-Marketing und authentisches Storytelling setzt, spricht nicht nur potenzielle Kunden, sondern eben auch Bewerber an. Jobsuchende werden es bemerken, ob sich Ihr Unternehmen nach außen in Selbstdarstellung und Produktglorifizierung verliert, oder Kunden für real existierende Probleme effektive Lösungen bieten will. Gerade Young Professionals legen gesteigerten Wert auf Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit ihrer Arbeit – wenn Sie dies in Ihrer Außendarstellung berücksichtigen, können Sie nicht nur neue Kunden, sondern auch geeignetes Personal hinzugewinnen.

3. Fokus auf Social Media & Bewertungsportale

Viele Firmen unterschätzen den Einfluss ihrer Social-Media-Channel auf die User. Gerade junge potentielle Mitarbeiter informieren sich auf den Social-Media-Auftritten über das Unternehmen. Daher sollte es das Mindeste sein, seine Social-Media-Accounts regelmäßig zu pflegen und es ist ratsam, eine eigene Karriere-Page (z.B. bei Facebook) einzurichten. Auf diese Weise erschließen sich zudem neue, direkte Interaktionswege, indem sich Bewerber unter entsprechenden Posts ohne Formalitäten über offene Stellen, Anforderungen & Co. informieren und nachfragen können.

Hier geht die Techniker Krankenkasse mit ihren vielfältigen, auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnittenen Auftritten ebenfalls als positives Beispiel voran. Neben Social Media sollten Sie auch die einschlägigen Job-Portale wie Xing und LinkedIn sowie Bewertungsportale wie kununu stets im Blick behalten. Über 40 Prozent der Bewerber informieren sich vorab über Bewertungsportale über die Firmen, bevor sie sich dort bewerben (Quelle: Rundstedt Umfrage). Auch dort kann man als Unternehmen punkten, indem man auf Kritik (ehemaliger) Mitarbeiter eingeht und in Interaktion mit dem User tritt.

4. Employer-Branding als ganzheitliches Konzept

Eine aufwendig gestaltete Stellenanzeige, ein authentisches Mitarbeiter-Video und ein tolles Karriere-Event – einzeln macht all das noch kein Employer-Branding aus. Employer-Branding geht weit darüber hinaus, denn Sie sollten es als ganzheitliches Konzept begreifen. Andernfalls dient es weder der Mitarbeitergewinnung und -bindung noch der Verbesserung der Unternehmenskultur.

Für ein umfassendes Konzept muss zunächst einmal eine intensive Analyse über den Status Quo Ihres Unternehmens erfolgen und Sie müssen festlegen, welche Ziele erreicht werden sollen. Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Eventuell sind Sie im Bereich Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten schon hervorragend aufgestellt, aber es hapert noch an der Umsetzung der so wichtigen Work-Life-Balance und der firmeninternen Kommunikation (z.B. über einen internen Newsletter oder regelmäßige Get-togethers). So können Sie eine umfassende Strategie entwickeln, aus der Sie anschließend die passenden Maßnahmen ableiten können.

Wenn es sich bei Ihrem Unternehmen zum Beispiel um ein KMU im ländlichen Raum handelt, sollten Sie sich Ihre individuellen Stärken bewusst machen: Oft sind Wohnungen und Häuser auf dem Land günstiger zu mieten und zu kaufen – ein ganz wesentlicher Punkt, um bei Fachkräften zu punkten, die andernfalls Unternehmen in der Stadt bevorzugen würden. Machen Sie ihnen dies deutlich! Auch eine schnell verfügbare und kostengünstige Kinderbetreuung, entweder über eine firmeninterne Kita oder eine Kooperation mit einem externen Anbieter, können einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für dich ausmachen. Aufgrund des demografischen Wandels werden auch Maßnahmen zur verbesserten Vereinbarkeit von Angehörigenpflege und Beruf immer wichtiger.

Insgesamt gilt also: Erst wenn Sie wirklich Wert auf die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter legen, können Sie auch glaubwürdiges Employer-Branding betreiben.

5. Zielgruppengerechte Ansprache

Und zuletzt sollten Sie immer darauf achten, die unterschiedlichen, für Sie relevanten Zielgruppen passgenau anzusprechen. Schließlich wäre es wünschenswert, wenn sich zehn geeignete Bewerber melden, anstatt 50 nur halb auf die Stellenbeschreibung passende Kandidaten. Daher sollten Sie bei Ihren eingesetzten Methoden berücksichtigen, ob Sie gerade Azubis, Studenten oder erfahrene Berufstätige erreichen möchten. Dies setzen sowohl Daimler als auch das DLR auf ihren jeweiligen Karriereseiten sehr gekonnt um, über eine Filtermöglichkeit nach Einstiegsart. Das DLR hat sogar eine eigene Page nur für Schüler.

Auch die Auswahl Ihrer Social-Media-Tools spielt dabei eine große Rolle:

Stellenangebote können bei Instagram anders inszeniert werden (und wirken dort auch anders) als auf Facebook oder wiederum auf Xing/LinkedIn – und sprechen demnach andere Personen an. Neben der zielgruppengerechten Ansprache gibt es für jede Zielgruppe auch spezifische Angebote, mit denen Sie glänzen können. Wenn Sie beispielsweise auf der Suche nach Berufseinsteigern und jungen Talenten sind, bieten internationale Einsatzmöglichkeiten eine gute Chance, bei diesen zu punkten.

Junge Mitarbeiter, die noch keine eigene Familie gegründet haben, erweitern gerne auf internationaler Ebene ihren Horizont und bevorzugen Firmen, die sie dabei unterstützen.

Natürlich wissen wir, dass jede Employer-Branding-Strategie so individuell sein muss, wie das Unternehmen, das dahintersteckt. Im Idealfall haben Ihnen diese fünf Tipps einige erste Denkanstöße geliefert. Wenn Sie Fragen zum Thema Employer-Branding haben oder Unterstützung brauchen, kontaktieren Sie uns gerne: info@station19.de

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